
Nach dem zweiten Mal bereits von „Tradition“ zu sprechen, wirkt vielleicht etwas hochgegriffen – und doch scheint es eine gute solche zu werden, dass die „Neuen“ bei TonArt das Wort selbst ergreifen, um über ihre ersten Erfahrungen mit dem Chor zu berichten:
Als Bass – und nach längerer sängerischer Pause – wollte ich mich der spannenden Herausforderung stellen, wieder mit dem Singen zu beginnen. Doch wo – also in welchem Chor? Ich entschied mich – aufgrund der guten Kritiken und meiner Liebe zur A-cappella-Musik – für den Chor TonArt in Kenzingen.
Alexander (Bass)
Schon zwei Wochen nach meiner ersten Chorprobe stand das geplante Chorwochenende in St. Peter an – und selbstverständlich zögerte ich nicht, dabei zu sein.
Den Auftakt bildete am Freitag das gemeinsame Abendessen in dem geschichtsträchtigen und imposanten Klostergebäude St. Peter.
Danach widmete sich der Sopran einer separaten Stimmbildung [herzlichen Dank an Katrin Hoos, Anm.d.Red.] und zeitgleich wurden Alt, Tenöre und Bässe von Ekkerhard Weber, unserem erfahrenen Chorleiter, angeleitet – das Ziel: sich gegenseitig zuzuhören.
Nach einer erholsamen Nacht und dem Frühstück fanden wir uns – nun alle gemeinsam – zur Probe zusammen. Auf dem Plan standen die Stücke für das anstehende MISSIO-Konzert. Der Fokus unseres Chorleiters lag weiterhin darauf, die Mutualität und die daraus resultierende Fusion der Stimmen zu fordern und zu fördern. Dies setzte er sehr gelungen und kurzweilig um. Er wechselte Sitzordnungen, die Stimmverteilungen und kombinierte all das noch mit zusätzlichem, kanonischen Singen.
Das Mittagessen bildete eine willkommene Unterbrechung und bot eine weitere Gelegenheit, sich persönlich kennen zu lernen. Am Nachmittag setzten wir die Proben fort und stimmten uns nach dem Abendessen mit einem Film über das Leben der Juana Inés de la Cruz mental auf die MISSIO-Thematik ein.
Wie im Fluge vergingen die Proben am sonntäglichen Vor- und Nachmittag und somit endete ein rundum stimmiges, gut geplantes und vorbereitetes Wochenende. Ein Wochenende mit sehr sympathischen Menschen, guter kulinarischer als auch geistig-mentaler Verköstigung und dem Ergebnis eines verbesserten und harmonischen Chorklanges.
Ich freue mich sehr, bei TonArt mitwirken zu dürfen, und selbstverständlich auf unsere nächsten Konzerte.

Doch nicht nur Neue (ja, Plural, s. u.) hatten wir in St. Peter dabei, auch „Alte“ bzw. treffender: „Ehemalige“ kamen uns am Samstagmittag besuchen. Es war ein sehr freudiges Wiedersehen mit Mareike und Sabrina, die ihrerseits Spaß hatten, während wir uns die besten Posen für ein aktuelles Gruppenfoto abrangen.

Mit zwei gemeinsam gesungenen Stücken fand dieser Besuch seinen gebührenden Abschluss.
Bereits in der Früh waren zwei Nachzügler zu uns gestoßen:
Sechs Wochen nach meiner Schnupperstunde bei TonArt ging es schon auf das Probenwochenende nach St. Peter.
Cornelia (Alt)
Ich war zum Glück nicht die einzige, die erst einen Tag später anreisen konnte. Martin holte mich früh morgens zu Hause ab, und somit konnten wir gemeinsam mit den anderen in der ehemaligen Klosteranlage frühstücken. Ein guter Start in den Tag und eine gute Grundlage fürs Singen. Denn da werden schließlich auch Kalorien verbraucht. Ich jedenfalls war froh um das häufige Essensangebot.
Schon das Einsingen bei Ekkehard erforderte ein Höchstmaß an Aufmerksamkeit beim genauen Hinhören und Ausdauer bei langen Passagen ohne Luft zu holen.
Und auch bei den Stücken des Programms Missio lief mein Hirn auf Hochtouren durch die verschiedenen sprachlichen und rhythmischen Anforderungen. Gott sei Dank nahmen mich meine Mitsängerinnen im Alt wohlwollend in die Mitte. Überhaupt fühle ich mich in dieser Chorgemeinschaft sehr gut aufgehoben.
In der ehemaligen Benediktinerabtei probten wir aber nicht nur die Lieder der spanischen Dominikaner, sondern auch Stücke für den Gottesdienst Judica. Außerdem gab es einen Film zum Thema der Conquista zu sehen. Hier fiel mir wieder auf, dass alle außer mir ihre Hausschuhe eingepackt hatten. Daran erkennt man halt die erfahrenen Probenwochenendler.
Nächstes Jahr bin ich hoffentlich wieder mit dabei mit mehr Zeit, besserer Atemtechnik und Hausschuhen!
Diese Hoffnung wird wohl von jeder und jedem auch für sich selbst uneingeschränkt geteilt!